Weniger Wasser, höhere Ernte, einfachere Entscheidungen
Lohnt es sich für Landwirte, smartes Wassermanagement auf dem Feld einzusetzen – und wenn ja, warum? Eine Studie der Vrije Universiteit Amsterdam hat mehr als 40 Erzeuger befragt.

In ihrem Vortrag präsentierte Lilia Planjyan, Mitgründerin von Agurotech, wie Daten die Bewässerung effizienter machen und bessere Ernteergebnisse erzielen.
Datengetriebenes Wassermanagement kann ganz einfach sein – jedenfalls für die Anwender:innen. Lilia Planjyan, Mitgründerin der niederländischen Firma Agurotech, erklärte auf der Farming Forward Stage der FRUIT LOGISTCA 2026, wie ihr System funktioniert: Die Betriebe liefern Agurotech alle relevanten Informationen über die angebaute Sorte und ihre Besonderheiten. Dann installieren sie auf ihren Feldern Sensoren zur Messung der Bodenfeuchte. Das Wassermanagement-System kombiniert die Messdaten im Feld mit Satellitenbildern und gibt auf dieser Grundlage Empfehlungen zur Bewässerung – und zwar immer individuell für die jeweilige Boden-Frucht-Kombination vor Ort. Außerdem erhalten die Landwirte einen aktuellen Ausblick für die kommenden zehn Tage.
Konstantes Bewässerungsmanagement zahlt sich aus
Das Ziel ist, mit Hilfe der Daten die Bewässerung effizienter zu machen und bessere Ernteergebnisse zu erzielen. Aber funktioniert das tatsächlich? Das hat Agurotech von der Vrije Universiteit Amsterdam untersuchen lassen. Die Studie wertete zum einen Bodenfeuchte und Bruttoerträge auf mehr als 100 Feldern aus, zum anderen befragten die Wissenschaftler:innen mehr als 40 Landwirte zu ihrer Erfahrung mit dem System.
Als Ergebnis lässt sich zusammenfassen: Je besser die Bodenfeuchtigkeit, desto höhere Bruttoerträge wurden erzielt. Und: Ein konstantes Management der Bodenfeuchte über die gesamte Saison erhöht ebenfalls die Erträge.
Alle Landwirt:innen, die zum Umgang mit dem System befragt wurden, prüfen regelmäßig die Daten in ihrer App. 80 Prozent von ihnen sagen, sie haben großes Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Sensoren – und trotzdem gehen ausnahmslos alle regelmäßig aufs Feld, um die Bodenfeuchte und die Lage vor Ort noch mal selbst zu prüfen. Sie finde das mehr als verständlich, sagte Lilia Planjyan: Es brauche schlichtweg Zeit, das Vertrauen in technologische Lösungen zu entwickeln, und auf den Feldern müssten ohnehin eine ganze Reihe von Faktoren geprüft werden.
Mehr Sicherheit bei täglichen Entscheidungen
84 Prozent der Landwirt:innen sagen zudem, dass ihre Bewässerung durch das smarte Wassermanagement effizienter geworden sei. 61 Prozent gaben an, dass sie mit dem System weniger bewässern, und 23 Prozent, dass sie mehr wässern. Fast 60 Prozent freuten sich, dass ihr Risiko für überwässerte oder zu trockene Felder gesunken sei. Angesichts der zahllosen Entscheidungen, die Landwirt:innen täglich treffen müssen, ist das möglicherweise einer der wichtigsten Effekte: der Gewinn an psychologischer Sicherheit. So gaben 94 Prozent an, dass die Messungen ihnen die Bewässerungsentscheidungen erleichtern bzw. sie ihre Entscheidungen mit mehr Zutrauen treffen.