Veranstalter:
Website Messe Berlin
Datum der Veranstaltung:
4.-6. FEB 2026
FRUIT LOGISTICA
4.-6. FEB 2026
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Wenn Laserstrahl auf Unkraut trifft

Unkrautbekämpfung auf dem Feld war stets arbeitsintensiv, teuer oder mit Chemie verbunden. Der Laserweeder von Carbon Robotics arbeitet mit KI und Laser – und so präzise wie keine andere Methode.

Ein Mann lehnt an einer weißen Maschine, die mit Hilfe von KI und Laser Unkraut vernichtet

Christian Janse von Carbon Robotics präsentiert den Laserweeder, der mit Hilfe von KI präzise und effizient Unkraut auf dem Feld vernichtet.

Ab 65 Grad Celsius droht der Tod – und zwar so gut wie jeder Unkrautpflanze auf dem Feld, die dort nicht erwünscht ist. Vor vier Jahren hat die Firma Carbon Robotics aus den USA ihren Laserweeder auf den Markt gebracht und seither „Milliarden und Abermilliarden von Unkrautpflanzen mit Laser vernichtet“, wie Christian Janse, Regional Sales Manager in Europa, auf der Farming Forward Stage der FRUIT LOGISTICA 2026 erklärte.

Ein Schuss ins Wachstumsherz des Unkrauts

Der Laserweeder ist eine Maschine von zwei bis sechs Metern Breite – je nachdem, was der Betrieb benötigt –, die hinter einen Traktor gespannt wird. Damit fährt ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin langsam über das Rucola-, Spinat-, Zwiebel- oder jedes andere Feld. Kameras scannen den Boden, ein KI-System wertet sofort aus, welche Pflanzen dort ihre Blätter aus dem Erdreich strecken – und feuert auf alle unerwünschten Unkräuter einen Laserstrahl ab. Mindestens 65 Grad heiß trifft der Laser ins Wachstumsherz der Schadpflanzen und zerstört deren Zellen, so dass sie nicht mehr wachsen können.

Ist eine Unkrautpflanze schon weit entwickelt oder auch bei Feuchtigkeit oder Regen bleibt der Strahl ein paar Millisekunden länger auf der Pflanze. Stoppen können widrige Wetterverhältnisse die Maschine aber nicht, sagt Christan Janse: „Laser können auf den Millimeter genau schießen, weder Wind noch Nebel oder Regen beeinträchtigen den Vorgang – weil es Lichtpartikel sind, die die Hitze erzeugen.“ Lediglich durch eine Schneedecke hindurch funktioniert das System nicht.

Platz für die Kulturpflanze

Damit löst der Laserweeder gleich eine ganze Reihe von Dilemmata, die bisher die Unkrautvernichtung schwierig gemacht haben: Weder sind viele Arbeitskräfte nötig, die in Handarbeit Unkraut ziehen, noch mechanische Verfahren, die für Böden und die Nutzpflanzen selbst nicht unbedingt ideal sind, noch Herbizide, die Resistenzen auslösen oder die Ernte schädigen können. „Wir haben verschiedene Methoden ausprobiert – aber nichts ist so präzise wie der Laser“, betont Janse.

Mit dem Laserweeder steige auch der Ernteerfolg: denn egal wie nahe das Unkraut an der Nutzpflanze wächst – mit dem Laserstrahl könne es entnommen werden, ohne dass die Anbaupflanze Schaden nimmt, so Janse. Für die Kulturpflanze heißt das, dass ihr direkter Konkurrent um Nährstoffe und Wasser beseitigt ist.

Seit der Markteinführung hat Carbon Robotics mehr als 250 Laserweeder verkauft. Im Schnitt vernichten die Maschinen 99 Prozent des Unkrauts auf dem Feld, so dass kaum Nacharbeit von Hand erforderlich sei, sagte Janse. Landwirte könnten deshalb rund 80 Prozent ihrer Kosten für Unkrautvernichtung pro Jahr sparen.

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